Neues Domizil in Lennep

Neues Domizil in Lennep

Für Ratsfrau Bettina Stamm (Foto) ein besonderes Anliegen. Nur wenige Wochen vor der Kommunalwahl 2020 gründete sich aus einer Handvoll engagierter Bürger die Wählergruppe. In Rekordzeit wurden genügend Unterschriften gesammelt, um im Wahlkampf anzutreten. Aus dem Stand heraus schaffte es echt.Remscheid genügend Menschen mit ihrem Programm zu überzeugen, sodass sie einen wertvollen Platz im Rat ergattern konnten.

Mehr Demokratie wagen

Seit November 2020 sitzt die Vorsitzende Bettina Stamm nun als Ein-Frau-Fraktion im Stadtrat und bringt sich in die politische Diskussion ein. „Die Euphorie war am Anfang natürlich hoch“, erinnert sich Stamm an die Wahl. „Danach flacht das allerdings etwas ab in dem Maße, wie die Aktivität zunimmt.“ Das eine seien die guten Ideen und das erarbeitete 30-seitige Wahlprogramm, das andere die Ratsarbeit und die dicken Bretter, die man bohren müsse, um seine Themen einzubringen. Als Ein-Frau-Fraktion sei vieles nicht so einfach, gesteht Stamm. Erfahrung in der Ratsarbeit sammelte sie schon vor echt.Remscheid, denn als Mitglied der Linke saß sie in der Vergangenheit als sachkundige Bürgerin beispielsweise im Ausschuss für Stadtentwicklung. „Jetzt habe ich eine andere Situation. Als Fraktion müssen schriftliche Anträge für die nächsten Sitzungen eingereicht, Themen vorbereitet und recherchiert werden, um die Hintergründe zu beleuchten. Denn häufig kennen wir die Diskussion und Entscheidungen aus der Vergangenheit im Rat nicht und wir wollen die Ressourcen der Verwaltung nicht unnötig belasten.“ Auf sich allein gestellt, sei es zudem häufig schwierig, sich durchzusetzen. „Oft stehe ich mit meiner Meinung ziemlich alleine da, da würde ich mir schon wünschen, mit mehr Vertretern der Wählergemeinschaft im Rathaus zu sitzen.“ Der Fraktionszwang der anderen Parteien nervt die Diplom-Kauffrau. „Ich würde mir wünschen, dass Mitglieder anderer Parteien den Mut hätten, auch mal dagegen zu stimmen.“ Häufig habe sie zwar mit ihrer Meinung im Rat alleine gestanden, „nach der Sitzung sind einige dann aber zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass ich eigentlich Recht habe. Das ärgert mich und ist ziemlich frustrierend.“ Nichtsdestotrotz mache ihr die Ratsarbeit sehr viel Spaß. Sie fühle sich von den alteingesessenen Ratsmitgliedern gut aufgenommen. „Ich werde in alles einbezogen, nur haben wir häufig unterschiedliche Ansichten.“ Inhaltlich bemüht sich echt.Remscheid aktuell darum, die Ratssitzung via Livestream anbieten zu können, damit auch in Zeiten von Corona mehr Menschen von zu Hause aus die Sitzungen verfolgen können. „Das funktioniert auch in anderen Nachbarstädten, warum sollte das hier nicht gehen?“ Darüber hinaus beschäftigt sich die Wählergruppe mit dem Radverkehrskonzept in Lennep, hat Fragen zum Haushalt eingereicht und würde gerne „Urban Gardening“ in der Stadt ermöglichen. Auch den Brandschutz an Schulen, etwa der Sophie-Scholl oder der Mannesmann-Schule haben Stamm und ihre Mitstreiter im Auge. „Das war beispielsweise ein Anliegen, das von außen an uns getragen wurde.“ Mehr davon dürfen in der neuen Geschäftsstelle eingereicht werden.

Gut zu wissen
Die Geschäftsstelle von echt.Remscheid befindet sich auf der Schwelmer Straße 6, neben der Röntgen-Apotheke in der Altstadt. Coronabedingt gibt es noch keine offiziellen Öffnungszeiten. Geplant ist aber, das Büro von montags bis samstags zu besetzen. Einzeltermine können schon jetzt vereinbart werden, telefonisch unter 0157 85 84 14 10 oder per E-Mail an b.stamm@echt-remscheid.de

Foto: Segovia