Brett-Time-Stories

Brett-Time-Stories

Der Lenneper Daniel Haider frönt der Leidenschaft für Brett- und Gesellschaftsspiele. Inzwischen gibt es einen Podcast mit über 5.000 Fans.

VON ANNA MAZZALUPI 

Bei dem Thema Brett- und Gesellschaftsspiele fangen die Augen von Daniel Haider an zu leuchten. Dann ist der Lenneper ganz in seinem Element und kaum noch zu stoppen. Diese Leidenschaft lebt er nicht nur bei ausgedehnten Spielerunden aus, sondern auch beim Podcast „Brett-Time-Stories.“ Das Projekt entstand vor knapp einem Jahr gemeinsam mit dem Bochumer „Potti“, der bei Spielefans durch seinen YouTube-Kanal „PottGamer“ bekannt ist. 

Begeisterung für das Haptische

Regelmäßig greifen die beiden Themen auf, die die Brettspielgemeinde interessieren. Und auch Persönlichkeiten aus der Szene, etwa Spieleautoren oder Verleger, begrüßen die beiden Gamer in ihrem Podcast. Bei der digitalen Spielemesse durfte das Duo sogar einen Slot besetzen. Haider hat viele aus der Branche dadurch kennengelernt und Einblicke hinter die Kulissen der Spieleindustrie gewinnen können. Über 5.000 Menschen, so sagt Spielefan Haider, hören inzwischen regelmäßig zu oder schauen sich die Folgen auf dem PottGamer-Kanal an. „Der Haider“, wie der 38-Jährige mittlerweile nur noch in der Community genannt wird, und Potti zeichnen die Folgen per Zoom-Konferenz auf. Daniel Haider macht das in seinem heimischen Spielekeller, wo er auf eine stattliche Spielesammlung zurückgreifen kann. Rund 350 Games nennt er sein Eigen – angefangen bei Klassikern wie „Carcassone“ über Kennerspiele wie „Terraforming Mars“ oder in Deutschland nicht erschienene Titel vom amerikanischen Markt (sogenannte Ameritrash) wie „Too many bones“. Auch einige Spiele, die nicht mehr produziert werden und so einen großen Wert haben, gehören dazu. Viele sind auf Englisch, da Haider international seine Spiele bestellt. „Das ist eine ganz eigene Welt, in die man eintauchen kann. Es ist kreativ, gesellig, man kann sich aber auch messen. Außerdem reizt mich das Haptische. Spielekonsolen sind nichts für mich“, begründet der Lehrer für Englisch, Geschichte und Sport seine Leidenschaft. Angefangen habe damals alles mit dem Spiel des Jahres 2009 „Dominion“. Die Sammlung wuchs nach und nach, wird immer wieder aktualisiert. Zum Leidwesen seiner Frau, merkt er mit einem Lachen an. Die sei nämlich eher eine „Spielehasserin“, räumt er ein. Tochter Heidi (4) hingegen ist mit der Leidenschaft ihres Vaters bereits infiziert. Regelmäßig messen sie sich beim Memory. Aber auch für komplexere Spiele interessiert sie sich bereits. Bei seinem „Hobby im Hobby“, dem Kolorieren von Spielfiguren und Miniaturen, möchte sie auch immer wieder helfen. „Meine Frau hat schon gesagt, früher sei ich mal cool gewesen“, erzählt er mit einer Portion Humor. Spiele, der er nicht mehr spielt, verkauft er wieder. Die thematisch fokussierten Ameritrash-Spiele gefallen im genauso gut wie die eher mechanisch angelegten Eurogames vom deutschen Markt. Strategische spielt er gleichermaßen gerne wie kooperative Spiele. „Auf eine Top Ten-Liste kann ich mich gar nicht festlegen“, betont der Lenneper. Zwar wachse der Trend zu Gesellschaftsspielen. Es gibt immer mehr Erklär- und Bewertungsvideos. Doch noch sei es eher eine Männerdomäne, sagt Haider. Dennoch fänden aktuelle Gesellschaftsthemen wie Rassismus oder die Genderthematik Einzug in die Welt der Spiele – bei Fans, Verlagen und Autoren gleichermaßen. 

Gut zu wissen

Den Podcast „Brett-Time-Stories“ kann man über Spotify, Deezer, Google oder Apple hören. Webseite: brett-time-stories.podigee.io 

Foto: Mazzalupi