Durststrecken auf dem Friedhof

Durststrecken auf dem Friedhof

Rohrbrüche auf dem Evangelischen Friedhof Lüttringhausen machen immer wieder Ärger.
Geld für eine nötige Komplettsanierung der Leitungen ist nicht vorhanden.

Es blüht und summt auf
dem Evangelischen Friedhof
Lüttringhausen. Denn die Angehörigen pflegen mit viel Hingabe und Liebe das Grab ihrer Liebsten, verzieren es etwa mit Rosen, Lavendel sowie anderen Blumen, die die Augen der Friedhofbesucher erfreuen sowie
zahlreiche Bienen, Hummeln oder auch Schmetterlinge anlocken. Gerade an so warmen Tagen wie in dieser Woche haben jedoch auch die Blumen
Durst und müssen gewässert werden.

Anfällige Kunststoffrohre
Anfang Juni war das allerdings ein Problem. Die über 20 kleinen Stellen mit Wasserhähnen zum Auffüllen der Gießkannen mussten abgestellt werden. Der Grund: ein Wasserrohrbruch.

Manch Angehörigen stellte das vor Herausforderungen beim Bewässern. Denn gleich zweimal kurz hintereinander musste das Wasser für jeweils rund eine Woche abgedreht werden, weil es an zwei Stellen leckte, erklärt
Günter Urspruch. Er war 26 Jahre lang Vorsitzender des Friedhofausschusses, bis er im März als Presbyter aufhörte.

Er weiß genau, wie viel Aufwand es bedeutet, das Leck in den Leitungen ausfindig zu machen und zu reparieren. „Jeden Morgen wird die Wasseruhr
geprüft“, erzählt er. Ist da etwas auffällig, beginnt die Spurensuche
gemeinsam mit der Fachfirma, damit nicht unnötig Wasser raussickert.

Das war früher nämlich oft der Fall, erinnert sich Urspruch zurück. Bevor täglich die Uhr kontrolliert wurde, fielen Löcher in den Leitungen erst auf,
wenn sich auf dem Boden Pfützen bildeten.

„Es gibt jedes Jahr Rohrbrüche“, ergänzt der gelernte Gärtner.
Zuletzt in den 80er-Jahren sei das Rohrsystem erneuert worden.
Eingesetzt wurden Kunststoffrohre. Die seien leider anfällig dafür, Löcher zu bilden, sobald durch Druck im Erdreich Steine an die Leitungen
gedrückt werden. Überlegungen, das System einmal komplett zu erneuern, habe es zwar schon gegeben.

Aber das sei nicht bezahlbar, betont Urspruch. Der Friedhof finanziere
sich aus den Gebühren. Kirchensteuern können nicht zum Unterhalt der Begräbnisfläche genutzt werden. So muss die immer wiederkehrende, stellenweise Sanierung reichen.

Dass es für die Besucher in der Zeit, in der das Wasser an den Wasserstellen abgedreht ist, etwas umständlicher ist, weiß Urspruch.
Unmachbar sei es aber nicht, betont er. Schließlich gab es auch während der letzten Reparaturphase Anfang des Monats noch insgesamt vier Stellen
(etwa an der Friedhofskappelle), an der nach wie vor die Kannen
aufgefüllt werden konnten. Diese Hähne werden durch ein anderes System gespeist und mussten deshalb nicht abgedreht werden, erläutert er.

Ein anderes Problem auf dem Friedhof: Die Gießkannen, die kostenlos vom Friedhof zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden, werden immer wieder geklaut oder durch beschädigte Kannen ausgetauscht. Dafür hat
Urspruch kein Verständnis.

Bildquellen

  • Die Wasserhähne am Evangelischen Friedhof Lüttringhausen blieben einige Tage trocken. An warmen Sommertagen erschwert das die nötige Grabpflege.: Foto: Anna Mazzalupi

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