Kleiderstube Honsberg feiert 20 Jahre

Kleiderstube Honsberg feiert 20 Jahre


V. links:  Marion Kruse, Diakonin und Koordinatorin der Kleiderstube und des Ehrenamtsteams – Pfarrerin Greta Wolske

Wie aus zwei Kleiderständern ein Herz des Stadtteils wurde

Von Sabine Naber

Als der damalige Vikar Stefan Richert auf die Idee kam, dass man doch mal zwei Kleiderständer mit Second-Hand-Kleidung im Gemeindehaus platzieren könnte, da hatte sich wohl niemand vorstellen können, dass  inzwischen –  genau 20 Jahre später – aus diesem Projekt einmal etwas richtig Großes werden könnte.

Menschlichkeit wie ein Festkleid anziehen
Ist es aber. Denn für die Kleiderstube Honsberg, getragen von der Evangelischen Kirchengemeinde Remscheid, ist heute eine große und eine kleine Wohnung an der Honsberger Straße angemietet worden. In hellen, luftigen Räumen wird dort Kleidung für Frauen, Männer und Kinder angeboten und von einem sehr engagierten Team von Ehrenamtlerinnen verwaltet. Die Kleiderspenden werden in Regale einsortiert, hängen an Kleiderständern und werden den Kunden für einen kleinen Kostenbeitrag wieder zur Verfügung gestellt. Koordinatorin ist Diakonin Marion Kruse, die von Beginn an dabei ist und sich noch gut an die Anfänge erinnern kann: „Aus der Kleiderkammer wurde schnell die Kleiderstube. Die kam so gut an,  dass wir räumlich bald aus allen Nähten platzten. Und aus unserem ehemaligen Gemeindehaus in die leerstehenden  Wohnungen umzogen.“ Und längst habe sich daraus ein wichtiger Treffpunkt im Stadtteil entwickelt, der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenssituationen zusammenbringt. Als Kundinnen und Kunden ebenso wie als engagierte Ehrenamtliche. „Besonders schön finden wir, dass viele Geflüchtete zunächst zum Einkaufen hierherkamen, inzwischen aber mithelfen. Beim Verkauf, vor allem aber auch als Übersetzer“, freuen sich Pfarrerin und Diakonin. Am kommenden Sonntag, 8. März um 11 Uhr wird zum Jubiläumsgottesdienst im Neuen Lindenhof eingeladen. Gestaltet wird er gemeinsam mit der Projektgruppe von Uwe Arps, Diakon in der Evangelischen Stiftung Tannenhof. Die Gruppe wird mit ihrem „Kleiderschrank-Projekt“ unter der Überschrift „Menschlichkeit wie ein Festkleid anziehen“ zu Gast sein und von ihrer Arbeit berichten. „Das passt thematisch ja auch zu uns, denn es geht darum, wie man mit Menschen umgeht. Zudem hingen unsere Sachen hier ja auch einmal in einem Kleiderschrank“, fasst es Greta Wolske zusammen.

Info: Geöffnet ist die Kleiderstube an der Honsberger Straße 48  montags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.

Foto: Naber