Lüttringhauser Anzeiger

Forschen in den Ferien

Gefördert durch die Lux-Stiftung, besuchten Schülerinnen des Leibniz-Gymnasiums die Junior-Akademie.

Gleichgesinnte treffen und gemeinsam experimentieren: Für zwei Leibniz-Schülerinnen wird dieser Sommer einfach unvergesslich bleiben. Mouna El-Hamoumi (14) verbrachte eine Woche an der Junior-Akademie. Die angehende Abiturientin Tabea Sause (18) besuchte einen Kurs der Deutschen Schüler-Akademie. Die Eindrücke wirken auch jetzt noch nach, die Begeisterung der beiden ist nach wie vor spürbar, wenn sie von ihrer Zeit in den Kursen erzählen, und ihre Augen beginnen, vor Freude zu strahlen.

Netzwerk für die Zukunft
„Wir haben wirklich Glück gehabt, und ich fühle mich unheimlich geehrt“, sagt Tabea. Denn jedes Jahr werden bundesweit Schüler für die Sommerferienkurse von ihren Schulen vorgeschlagen. Aber nur rund ein Drittel bekommen eine Zusage. Das Leibniz-Gymnasium beratschlagt auf der Zeugniskonferenz über die geeigneten Kandidaten und wählt jeweils vier aus. Dass wieder zwei der vier Kandidaten ausgewählt wurden, freut Schulleiter Thomas Giebisch. Entscheidend seien nicht nur die guten Noten, sondern auch die Persönlichkeit, ergänzt er. „Es ist besonders zu sehen, dass man nach zwei Tagen schon befreundet war. Man hat die gleichen Interessen, und es ist schön, dass die anderen auch verstehen, wovon man redet“, erklärt Mouna, die sich besonders für Biologie interessiert.

Alle seien gleich motiviert gewesen und hätten konzentriert am Thema gearbeitet. Auf Schloss Loburg in Ostbevern nahm sie am Bionik-Kurs teil, der auf Englisch durchgeführt wurde. Dort lernte sie, wie viel man sich in der Technik und für den Alltag von der Natur abschauen kann – etwa das System des Klettverschlusses. Neues zu kreieren und Innovationen auszutesten, habe ihr besonders viel Spaß gemacht. Tabea beschäftigte sich mit der digitalen Revolution und deren Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft. Dieses intensive Auseinandersetzen und Beleuchten des Themas habe ihre Einstellung geändert und die Angst vor der Digitalisierung genommen.

„Die Atmosphäre war ganz anderes als in der Schule. Es ist cool, in einer Gruppe zu lernen, die auch Lust darauf hat. Wir haben auch viel über Zukunftsaussichten gesprochen. Das war wirklich bereichernd“, schwärmt sie. Nach dem Abitur will Tabea vielleicht Medizin studieren. Auch hier sei das Thema wichtig – etwa bei digitalen Patientenakten. Zusätzlich zu den fachlichen Kursen verbrachten die Teilnehmer auch die Freizeit miteinander, boten selbstständig Kurse an. Tabea etwa nahm am Tanzkurs teil. Dabei waren auch die Dozenten, die zum Teil ehrenamtlich die Akademiekurse leiteten und selbst als Jugendliche mitmachten.

Für die Teilnahme müssen die Schüler und deren Familien einen finanziellen Eigenanteil leisten. Hier kommt die Marianne und Emil Lux – Stiftung ins Spiel, die einen Teil der Kosten übernimmt. „Einer unserer Förderschwerpunkte ist die Bildung“, betont Friedhelm Krämer vom Stiftungsvorstand. Das Netzwerk, das bei den Akademien entstehe, sei für die Zukunft der Jugendlichen viel wert. Die entstandenen Kontakte währen auch noch Jahre nach dem Kurs.

Bildquellen

  • Mouna El-Hamoumi (l.), Schulleiter Thomas Giebisch, Friedhelm Krämer (Lux-Stiftung) und Tabea Sause (r).: Foto: Anna Mazzalupi