Lüttringhauser Anzeiger

Ab Montag ruht der Alltag

Schulen und Kitas bleiben ab Montag geschlossen. Notgruppen werden eingerichtet. Auch Kultur- und Sportstätten kommen in die Zwangspause. Appell der Solidarität.

Wie bereits NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Nachmittag in einer Pressekonferenz ankündigte, werden alle Kitas und Schulen des Landes ab Montag, 16. März, geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Infektionsketten zu unterbrechen. Auch in Remscheid wird der Unterricht bis nach den Osterferien (19. April) eingestellt.

Notbetreuung
Eltern müssen nun selbst die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen. Für systemrelevanten Personen, wie beispielsweise Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker, Polizisten oder Feuerwehrleute, wird die Stadt bei Bedarf und sofern sich nicht die Lebensgefährten um den Nachwuchs kümmern können, eine Notgruppe einrichten. Für äußerste Notfälle bietet auch der Verein die Verlässliche an einigen Schulstandorten Betreuung für eine begrenzte Zahl an Kindern an. Eltern, die auf eine Notbetreuung zurückgreifen müssen, werden gebeten beim Jugendamt der Stadt unter 0 21 91 16 28 93 anzurufen.

Kultur- und Sportstätten geschlossen
Des Weiteren werden neben Kitas und Schulen auch andere städtische Einrichtungen bis zum 19. April geschlossen. Von der Maßnahme betroffen sind etwa kulturelle Einrichtungen wie das Teo-Otto-Theater, das Kino, die Musik- und Kunstschule, die Volkshochschule, die Akademie Küppelstein, das Deutsche Röntgenmuseum und das Deutsche Werkzeugmuseum, die Bibliothek aber auch Sportstätten und die Hallenbäder. „Wir wissen, dass wir das kulturelle Leben in unserer Stadt damit auf null fahren“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Freitagnachmittag während einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. „Spaß macht das keinem von uns, aber wir sind in der Verantwortung.“ Einrichtungen wie das Bürgeramt oder das Jobcenter werden vorläufig weiter offengehalten. Das Stadtoberhaupt appelliert allerdings an die Bevölkerung, diese Stellen lediglich für Wesentliches und Wichtiges aufzusuchen. „Den alten Ausweis kann man auch vier Wochen später noch erneuern.“

Restriktionen in Krankenhäusern und Altenheime
Für das Sana-Klinikum sowie Senioreneinrichtungen gilt ab sofort der höchste Sicherheits- und Hygienestandard, betonte Sozialdezernent und Vorstand des eingerichteten Corona-Krisenstabs der Stadt, Thomas Neuhaus. Mit einer restriktiven Besucherreglung solle vermieden werden, dass das Virus in die Einrichtungen gelange. Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen gehören nämlich zur höchsten Risikogruppe und müssen geschützt werden.

Vorbereitet: Feuerwehr und Gesundheitsamt
Guido Eul-Jordan, Leiter der Feuerwehr Remscheid hatte bereits am Montag ein Trennungssystem vorgestellt. „Das System greift und wir sind gut aufgestellt.“ Rettung und Brandschutz seien gewährleistet. Amtsarzt Dr. Frank Neveling hingegen hat sich Unterstützung geholt. Zehn ärztliche Kollegen, die bereits während der Schweinegrippe und bei der Flüchtlingskrise aushalfen, werden ihn ab Montag zur Seite stehen, bei der Arbeit unterstützen und bei Bedarf auch Abstrich-Untersuchungen durchführen. Letztere, betonte Neveling, „machen keinen Sinn, wenn man beschwerdefrei ist.“ Die Untersuchung sei kostspielig und werde nur im ernsthaften Verdachtsfall durchgeführt.

Sitzungen abgesagt
Auch die Politik nimmt eine Zwangspause ein: Fast alle Sitzungen der Gremien wurden bis auf Weiteres abgesagt. Es gibt Überlegungen, die Ratssitzung am 26. März in größere Räumlichkeiten zu verlegt werden, um die Infektionsgefahr einzudämmen. Möglicherweise könnten aber auch die älteren Ratsmitglieder, von denen immerhin 28 Personen mit über 60 Jahren zur Risikogruppe gehören, gebeten werden, sich nicht der Gefahr einer Infektion auszusetzen und der Sitzung fern zu bleiben ohne dabei die Mehrheitsverhältnisse in den Fraktionen zu annullieren. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.

Helfen Sie anderen dabei, gesund zu bleiben
Mit den getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen blickt Neveling optimistisch in die nächste Woche. „Es wird eine arbeitsintensive Woche, aber ich hoffe, dass wenn die Schulen und Kitas geschlossen sind und die sozialen Kontakte soweit zurückgefahren sind, wir Ruhe ins System bringen können.“ Nun sei die Zivilgesellschaft aufgerufen, die Maßnahmen zu befolgen, Solidarität zu zeigen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Nachbarschaftshilfe sei eine gute Möglichkeit und werde bereits an einigen Orten aktiviert. Auf die bekannten Risikogruppen sollte nun mit besonderer Sorgfalt geachtet werden.

Bürgertelefon geschaltet
Das am vergangenen Wochenende gestartete Bürgertelefon Corona-Virus beim Bergischen ServiceCenter ist unter der Rufnummer (0 21 91) 16 – 20 00 montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr für allgemeine Fragen zum Thema Corona-Virus erreichbar.

Aufgrund der aktuelles Entwicklung zum Corona-Virus erweitert das Bergische ServiceCenter mit Sitz in Wuppertal an diesem Wochenende (14./15.03.2020) die Erreichbarkeit des Bürgertelefons Corona-Virus unter der Rufnummer (0 21 91) 16 – 20 00  auf den Zeitraum von 8 bis 18 Uhr.

Auch hier gibt’s Rat: Bürgertelefon Corona-Virus bei der Landesregierung: Unter der Rufnummer 0211 / 9119 1001 ist das ServiceCenter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr erreichbar.

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  • Symbolbild: Coronavirus: Bild: pixabay.com